Gamerlife

Platform-Februar – Leicht zu lernen, schwer zu meistern / #PileofNothing

Platformer Games, oder auch „Jump’n’Run“, wie man sie früher gerne nannte, waren schon immer meine Achillesferse. Aus diesem Grund habe ich diese Kategorie für unsere #PileofNothing Challenge möglichst früh im Jahr angesetzt, damit ich mich nicht um sie drücken kann. Gemeinsam mit unseren Helden springen, fliegen, klettern, porten wir uns diesen Monat also über die größten Gefahren hinweg und boxen uns – Treppe rauf, Treppe runter – zum langersehnten großen Finale durch. Ob wir das hinkriegen?


Plattformen und Leitern

Um zunächst mit dem größten Irrtum aufzuräumen, dem ich bis vor meiner Recherche auferlegen bin: Ja, im Englischen schreibt man Platform mit nur einem T! So vergeblich, wie wir nun nach unserem  zweiten T suchen, suchen wir beim allerersten Vertreter des „Platformer“-Genres jedenfalls nach dem Sprung-Button. Diesen werden wir im 1980 erschienenen Arcade-Spiel „Space Panic“ nicht finden – stattdessen gibt es Leitern, auf denen wir mit unserem Astronauten nach oben auf die 5. Ebene gelangen müssen, um rechtzeitig vor Ende seines Sauerstoff-Vorrats unser Ziel zu erreichen. Dabei sollten wir vor allem den bösen, apfelförmigen Aliens ausweichen oder sie wahlweise in eine Grube locken und erschlagen, um Extra-Punkte abzustauben. Der Begriff „Jump’n’Run“ kam dementsprechend erst später, bis heute hat sich stattdessen der Begriff „Platforms ’n‘ Ladders“ etabliert, um zu beschreiben, was Space Panic ist und was es nicht ist: Es ist ein Platformer – aber kein Jump’n’Run.

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Space Panic (1980) / © Universal Entertainment Corporation

Andere Stimmen behaupten, der erste richtige „Platformer“ sei überhaupt erst mit Nintendos allererstem Donkey Kong 1981 erschienen. Dieses kam übrigens auch erst für die Spielhallen, wurde nach seinem herausragenden Erfolg jedoch recht schnell auf Konsolen und Heimrechner portiert. Anders als die Donkey Kongs, die wir heute kennen, war der große Gorilla damals nicht der Held, sondern der Antagonist: In der Rolle des Tischlers Jumpman (im Japanischen übrigens auch „Mario“ genannt!) musste der Spieler seine Angebetete aus den Fängen des bösartigen Affen befreien, indem er Fallen, Hindernisse und Gegner überwand und sich bis ganz nach oben durchschlug. Dabei konnte er, anders als in Space Panik, nicht nur seitwärts laufen und vertikal Leitern hinaufklettern, sondern auch – springen. Somit ist Donkey Kong der erste Vertreter des Genres „Jump’n’Run“ wie wir es heute kennen. Damals hatte Nintendo übrigens mit einigen rechtlichen Hindernissen zu kämpfen: Nicht nur geriet eine Fälschung des Spiel in Umlauf, sie mussten auch für die Rechte am Quellcode zum Spiel kämpfen, und sich später gegen Urheberrechtsstreits wegen Donkey Kongs Ähnlichkeiten zu King Kong behaupten.

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Donkey King (1981) / © Nintendo


Mit Lichtgeschwindigkeit

Schaut man sich die restlichen Meilensteine in der Entwicklung des Platformer-Genres an, ist die Entwicklung immens! Innerhalb von nur 10 Jahren etablierte sich Springen-und-Rennen zu einem festen Duktus in der Videospiel-Welt. Mit Ataris „Pitfall!“ musste der Spieler in einer Dschungel-Umgebung über die unterschiedlichsten Hindernisse hinwegkommen. Das Spiel erstreckte sich über eine Länge von insgesamt 225 Bildschirmen, der Szenenwechsel erfolgte immer bei Erreichen des rechten Bildschirmrands. Mit „Ant Attack“ vom Hersteller Quicksilva kam 1983 das erste Jump’n’Run mit 3D-Ansicht in isometrischer Perspektive. 1990 erschien mit „Comander Keen“ von id Software der erste PC-Side-Scroller, indem man einen achtjährigen Jungen mithilfe von Gehen, Springen und Schießen durch den Weltraum steuert, um die Zerstörung der Galaxie zu verhindern. Nintendos Donkey King Country von 1994 brachte dann endlich, erstmals gerenderte Grafiken mit ins Spiel und setzte damit einen besonderen Meilenstein für alle Kinder der 90er.

 

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Donkey Kong Country (1994) / © Nintendo

Platformers oder Jump’n’Run Games zeichnen sich also in erster Linie dadurch aus, dass eine Spielfigur laufend oder springend Hindernisse überqueren muss. Präzises Springen gehört sozusagen zu den Core Features des Genres und nimmt einen wesentlichen Teil der Handlung ein. Im Laufe der Jahre hat sich das Genre jedoch zunehmend – ebenso wir das Rollenspiel – mit anderen Genres gemischt und interessante Hybriden hervorgebracht. So war Comander Keen zum Beispiel wohl der erste „Platform-Shooter“. Ein besonders interessantes Subgenre ist der sogenannte „Platform-Fighter“, dessen Übergänge zum Beat’em’Up geradezu fließend sind: Man bewegt sich im Nahkampf (entweder gegen den Computer oder einen Spieler) vom linken bis zum rechten Bildschirmrand durch die Spielwelt, wie man es von einem Side-Scroller-Jump’n’Run auch gewöhnt ist. Kämpfen und Springen stehen hier also an der Tagesordnung. Ein gutes Beispiel geben hier die alten „Teenage Mutant Ninja Turtles“ Spiele ab, die genau auf diesem Spielprinzip basieren.

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Teenage Mutant Hero Turtles: The Hyperstone Heist (1992) / © Konami


 

Und heute?

Mit der Entwicklung der 3D-Grafik konnte sich auch das Platformer-Genre nicht mehr lange gegen die Neuerungen wehren und so kamen mit Jumping Flash (1995) und Crash Bandicoot (1996) die ersten Polygon-Figuren zur Mixtur hinzu. Auch wenn der Marktanteil der Platformer-Spiele in der heutigen Zeit rapide abgenommen hat, so gibt es doch heute immer noch einige große Vertreter, die von den Fans über Generationen hinweg geliebt und geehrt werden. Nintendo hat an der Entwicklung der Platformer auch heute noch einen großen Anteil, nicht zuletzt wegen ihres Super-Mario-Franchises und allen dazugehörigen Spin-Offs wie Luigi oder Yoshi. Super Mario Galaxy hat sich seit seinem Erscheinen 2007 immerhin über 8 Millionen Mal verkauft. Erst letztes Jahr erschien Super Mario Odyssey für die Nintendo Switch und gilt seitdem für viele Spieler als eines der besten Platformer-Games der letzten Jahre. Eine weitere Entwicklung scheint die von Nostalgie angetriebene Rückkehr zum 2D-Platformer zu sein: Gerade im Indie-Bereich machen sich Spiele wie Ori and the Blind Forest, Hollow Knight oder zuletzt Cuphead einen Namen im Videospiel-Geschehen. Es bleibt abzuwarten, wo diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch hin will.

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Cuphead (2017) / ©StudioMDHR Entertainment Inc.


Jahres-Challenge 2018 / #Pile of Nothing

Weg mit dem Pile of Shame! Egal, ob ihr im Januar bereits bei den Rollenspielen fleißig mitgemacht habt, oder ob ihr jetzt erst in die Challenge einsteigt – jeder ist herzlich willkommen! Gemeinsam haben wir es uns zu Aufgabe gemacht, lästige Spiele-Leichen von unserem Pile of Shame zu entfernen und uns endlich daran zu machen, die Spiele zu spielen, die wir gekauft, aber längst nicht angerührt haben. Der sogenannte „Pile of Shame“ soll dieses Jahr langsam reduziert werden.

Ich stehe im Februar vor der Qual der Wahl (mindestens) eines der folgenden Spiele zu beenden:

  • Rayman Legends (PlayStation 4)
  • FEZ (PC)
  • Super Mario Odyseey (Nintendo Switch)
  • Owlboy (PC)

Alle diese Spiele habe ich bereits angefangen und die Story schon ca. bis zur Hälfte durchgespielt, doch irgendwie kam mir immer ein anderes Spiel dazwischen. Und so landeten diese Meisterwerke wieder auf meinem Pile of Shame, ungeliebt und nicht beendet. Damit soll jetzt Schluss sein! Jedes Spiel, das ich diesen Monat schaffe, wird ausführlich rezensiert, damit ihr an meinem Fortschritt teilhaben könnt.

Zur Erinnerung!

Wenn ihr gerne an der Challenge teilnehmen möchtet, schreibt mir bis zum Ende des Monats unter diesen Beitrag, welche Spiele ihr in diesem Monat (bereits) geschafft habt. Dann erhaltet ihr ein Los (Nur eines. Nicht für jedes beendete Spiel eines!) für die große Verlosung im Juni 2018. Denkt daran: Wenn ihr kein Spiel aus dem Monats-Genre besitzt oder durchspielen wollt, könnt ihr mir gerne auch ein Spiel aus einem anderen Genre nennen. Schließlich geht es darum, den Pile of Shame zu reduzieren, die Monatsthemen sollen nur einen Anhaltpunkt geben, wo ihr anfangen könntet. Ihr erhaltet während dieser Challenge übrigens mehrfach die Chance, euch an der Challenge zu beteiligen und Lose zu sammeln. Alle notwendigen Infos dazu findet ihr HIER.

Einsendeschluss für den Platform-Februar ist der 28.02.2018 um 23:59 Uhr!

Also ihr Lieben? Wie weit seid ihr bereits mit eurer Challenge? Und vor allem: Welche Spiele habt ihr schon geschafft?

1 reply »

  1. Ich habe meinen Plattformer für Februar gepackt: „Sam’s Journey“ ist durch! 😀 Ein wunderschönes Spiel, technisch der Hammer aber auch spielerisch echt top! Solche Plattformer würde ich mir wieder mehr wünschen.

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