Gamerlife

SimMai – Was sind Simulationen und warum sollten wir sie spielen? / #SimMai

Nach einer unfreiwilligen Schaffenspause melde ich mich aus dem Orbit zurück in der Welt des Gaming. Und da ich euch noch einen Themenbeitrag für den laufenden Monat Mai schuldig bin, beginnen wir doch sogleich damit. Wir starten nun also etwas verspätet in den #SimMai und beschäftigen uns mit der Frage: Was sind Simulationen und warum sollten wir sie spielen?


Imitation und Realisation

Per Definition ist das Genre der Simulation-Games recht einfach abgesteckt: In der Regel imitieren Simulationen Situationen des wahren Lebens (wie Die Sims o.Ä.) oder sie versuchen, bereits vergangene Ereignisse – wie die des Weltgeschehens – zu rekonstruieren und auf den Bildschirm zu bringen. Nicht alle Spiele halten sich an diese Art der Definition, schließlich gibt es auch Simulationen mit fantastischen Inhalten oder solche, die mögliche Zukunftsvisionen im Blick haben.

Im Zentrum einer Simulation steht das Vorhaben, den Spielern die Möglichkeit zu geben, das Simulierte in seinem Kern erforschen zu können. Dabei kann es sich um ein einzelnes Objekt, oder aber um einen ganzen Prozess handeln. Die Spieler werden nicht nur dazu aufgefordert, das Simulierte selbst zu erleben, sondern auch direkt daran teilzuhaben. Eine Simulation gibt uns die Möglichkeit, „in der Welt zu leben“, die wir erforschen wollen, und fordert uns heraus, mehr über sie zu lernen, um sie bis ins detail verstehen zu können. Mit jeder neuen Runde kennen wir das Spiel besser.

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© Paradox Interactive

Simulationen werden daher nicht selten auch zu Unterrichtszwecken eingesetzt, da sie in der Lage sind, eine gewisse Betroffenheit/Empathie zu erzeugen und seine Spieler in eine Situation zu versetzen, die auf andere Weise nicht erfahrbar gemacht werden kann. Training, Analyse und Prognose sind nur drei der möglichen Zwecken, zu denen eine Simulation noch verwendet werden kann. Meistens gibt es keine strikt formulierten Ziele, die der Spieler erreichen muss, stattdessen ergibt es sich oft aus dem, was der Spieler selbst aus der Simulation herausholen möchte.

Demmerle, Schmidt, Hess & Schneider (2005) unterteilen das Simulations-Genre nochmals in drei unterschiedliche Gruppen auf:

  1. Rollenspiele
  2. Fallstudien
  3. Planspiele

Rollenspiele bezeichnen, wie in unserem Themenbeitrag vom Januar 2018 bereits behandelt, Spiele, in denen der Spieler die Rolle einer (oder mehrerer) Figuren übernimmt, um sie in Ego- oder Third-Person-Perspektive durch eine Welt zu steuern. Fallstudien beschäftigen sich dagegen weniger mit der Perspektive, als vielmehr mit der Nachstellung eines Szenarios und der Ermittlung eines sich daraus ergebenen Resultats. Planspiele sind wiederum darauf ausgelegt, Spielern den Vorgang des Planens und der Organisation nahe zu bringen, wie es etwa bei City-Building-Simulationen der Fall ist.


Ein Genre, viele Gesichter

Wie andere Game-Genres besitzt auch die Simulation einige relevante (und nicht so relevante) Sub-Genres. Die bekanntesten sind:

#1 Lebensimulation

Lebenssimulationen imitieren, wie der Name schon sagt, das Leben selbst – egal, ob bloß das alltägliche Leben oder durch die Möglichkeit, Gott spielen zu können. Die Lebenssimulation hat gerade in den letzten Jahren extremen Zuwachs bekommen. Die wohl bekanntesten Vertreter der Lebenssimulation sind „Die Sims“ (Generation 1 – 4) und „Black and White“ (1 & 2).

#2 Wirtschaftssimulationen

Viele Simulationen sind gleichzeitig auch Wirtschaftssimulationen – Geld spielt nämlich so gut wie immer eine Rolle. Deswegen fallen viele Spiele des Sub-Genres „City Building“ auch unter Wirtschaftssimulation. Diese beschäftigen sich nämlich hauptsächlich mit der ökonomischen Situation im Leben eines Menschen, eines Tycoons, einer Firma, einer Stadt, eines Landes, etc. – sowie dem Aufziehen des eigenen „Business“. Spiele wie „Flughafen Simulator 2018“, „Stellaris“ oder „Die Gilde“ sind bekannte Vertreter dieses Sub-Genres.

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Stellaris © Paradox Interactive

#3 City-Building / Städtebau-Simulation

In einer City-Building-Simulation gestaltet der Spieler die Infrastruktur, die Gesetze, die Steuern und alles, was zum Städtebau dazugehört, selbst, um seine eigene Stadt von klein auf wachsen zu sehen. Das Gameplay variiert dabei von Spiel zu Spiel, doch die Prämisse bleibt stets die selbe: Bringe deine Stadt zum (wirtschaftlichen) Erfolg. „SimCity“ und „Cities: Skylines“ sind bekannte Spiele des City-Building-Genres.

#4 Flugsimulationen

Fliegen ist der Traum der Menschheit – und wenn man gerade weder Geld noch Zeit hat, einen Pilotenschein zu machen, scheinen Flugsimulationen die günstigste Alternative, diesen Traum sicher von Zuhause aus wahr zu machen. Hier kannst du fliegen, was du schon immer fliegen wolltest: Egal ob Flugzeug, ob Helikopter, Zepelin oder mit den eigenen tierischen Flügeln. Flugsimulationen glänzen in der Regel mit einer fantastischen Grafik, vielen unterschiedlichen Modi und dem hohen Anspruch, das Fliegen so realistisch wie möglich zu gestalten.


Warum sollten wir Simulationen spielen?

Simulationen imitieren Teile des echten Lebens oder Ausschnitte eines Lebens wie es sein könnte. Sie fordern uns nicht nur zur ständigen Selbsterprobung heraus, sie fordern außerdem unser Gedächtnis, unser logisches Denken und unsere Fähigkeit, Kausalketten zu erkennen und zu nutzen. Der Lerneffekt, den beispielsweise „Frostpunk“ in den letzten Wochen auf mich hatte, war für mich wahnsinnig spannend zu beobachten. Simulation-Games werden immer komplexer. Und wenn in einem komplexen System etwas nicht funktioniert und wir die einzigen sind, die daran etwas ändern können, wird man schon mal bis zum äußersten gefordert. Anders als Action-Games, die eine schnelle Reaktion von seiten der Spielern verlangen, sind Simulationen darauf aus, ihre Spieler in einen unmittelbaren Denkprozess zu involvieren, der gerne auch mal etwas Zeit braucht. Ich liebe Simulationen, weil sie mich fordern, manchmal auch überfordern, aber nicht stressen. Ich kann alles selbst einteilen, planen und empfinde dabei eine gewisse Entspannung, die selbst Overwatch nicht in mir auslösen kann. Sie sind einfach das Sudoku der Videospiele-Welt.


Meine Simulations-Highlights der letzten Jahre:

#1 Die Sims 4

Bösen Zungen und dem Aufruhr rund um die Addons zum Trotz ist „Die Sims 4“ für mich immer noch DIE Lebenssimulation auf dem Markt. Die Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung von Gebäuden, Sims und der Lebenswegen kennen einfach kaum noch Grenzen. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und einfach mal abschalten, wenn alles zu viel wird.

#2 The Long Journey Home

Aus dem Hause Daedalic Studio West kam im letzten Jahr die Weltraum-Simulation „The Long Journey Home“. Gemeinsam mit unserm Forscherteam werden wir ans andere Ende des Weltraums geschleudert und müssen nun einen Weg finden, wie wir unbeschadet auf die Erde zurückkehren können. Dabei begegnen wird den Gefahren des Weltraums Auge in Auge – seien es außerirdische Lebensformen oder die Hitze eines rotes roten Riesen. Mit jeder Runde lernen wir mehr darüber, wie wir am effizientesten überleben und schließlich heil auf unseren Heimatplaneten zurückkehren. Einfach wird es auf dieser Reise jedoch nicht zugehen!

#3 Stardew Valley

In einer Mischung aus Rollenspiel und Wirtschaftssimulation tritt Stardew Valley in die Fußstapfen der allseits bekannten Harvest Moon Reihe. Das Indie-Game bietet nicht nur eine große Anzahl an Möglichkeiten zum Anbauen, Pflegen und Verkaufen von Pflanzen und Tieren, sondern auch eine Reihe toller Charaktere, spaßiger Nebenbeschäftigungen, bunter Grafiken und einen wundervollen Soundtrack. Für mich die Nummer Eins, wenn mich alles andere zur Weißglut treibt!

#4 Banished

Ebenfalls aus dem Indie-Segment kommt „Banished“, die Aufbaustrategie-Simulation von Shining Rock Software LLC. Als es im Jahre 2014 erstmals für den PC erschien, war der Hype groß, denn hinter dem Namen des Entwicklerstudios steht eine einzige Person, die für Design und Entwicklung des Spiels ganz allein zuständig war: Luke Hodorowicz. Das hat es mit Stardew Valley auf jeden Fall gemeinsam: Es ist ein fantastisches, komplexes Spiel, das über Stunden hinweg an den Bildschirm fesseln kann. Und das alles aus der Feder eines einzelnen Person. Hier bauen wir unsere eigene kleine Siedlung aus einer kleinen Anzahl an Bewohnern, die aus ihrem Heimatland vertrieben worden sind.

#5 Cities: Skylines

Cities: Skylines ist quasi „Banished“ in groß. Wer nach Banished wissen will, was aus seiner mittelalterlichen Siedlung einmal werden könnte, der sollte hier unbedingt zugreifen. Aufbau- und Wirtschaftssimulation in einem, sehen wir unserer Stadt beim beständigen Wachsen zu, bauen aus, meistern Krisen und schauen, wo unser Geld bleibt. Mit dem neuen Addon kamen vor kurzem sogar Naturkatastrophen hinzu, wie man sie noch aus SimCity 2000 gewohnt ist. Ein tolles Spiel!

Jahres-Challenge 2018 / #Pile of Nothing

Weg mit dem Pile of Shame! Egal, ob ihr im Januar bereits bei den Rollenspielen fleißig mitgemacht habt, oder ob ihr jetzt erst in die Challenge einsteigt – jeder ist herzlich willkommen! Gemeinsam haben wir es uns zu Aufgabe gemacht, lästige Spiele-Leichen von unserem Pile of Shame zu entfernen und uns endlich daran zu machen, die Spiele zu spielen, die wir gekauft, aber längst nicht angerührt haben. Der sogenannte „Pile of Shame“ soll dieses Jahr langsam reduziert werden.

Zur Erinnerung!

Wenn ihr gerne an der Challenge teilnehmen möchtet, schreibt mir bis zum Ende des Monats unter diesen Beitrag, welche Spiele ihr in diesem Monat (bereits) geschafft habt. Dann erhaltet ihr ein Los (Nur eines. Nicht für jedes beendete Spiel eines!) für die große Verlosung im Juni 2018. Denkt daran: Wenn ihr kein Spiel aus dem Monats-Genre besitzt oder durchspielen wollt, könnt ihr mir gerne auch ein Spiel aus einem anderen Genre nennen. Schließlich geht es darum, den Pile of Shame zu reduzieren, die Monatsthemen sollen nur einen Anhaltpunkt geben, wo ihr anfangen könntet. Ihr erhaltet während dieser Challenge übrigens mehrfach die Chance, euch an der Challenge zu beteiligen und Lose zu sammeln. Alle notwendigen Infos dazu findet ihr HIER.

Einsendeschluss für den SimMai ist der 10.06.2018 um 23:59 Uhr! Da ich aus privaten Gründen verzögert in den Spielemonat gestartet bin, verlängere ich hiermit die Zeit zum Lose-Sammeln für diesen Monat. 

Also ihr Lieben? Wie weit seid ihr bereits mit eurer Challenge? Und vor allem: Welche Spiele habt ihr schon geschafft?

 

2 replies »

  1. Ganz ehrlich: Ich überlege die Challenge im Mai auszusetzen. 🙂 Ich habe zwar ein paar Sim-Spiele, gekauft habe ich davon aber tatsächlich nur ein paar von Sierra (Caesar 3, Pharao), den Rest gab es immer mal irgendwo gratis, z.B. Sim City 2000 bei Origin/EA.)

    Aber ich bin einfach hundsmiserabel schlecht in diesen Spielen. So viel Spaß es mir prinzipiell macht, eine eigene Stadt zu bauen und „aufzupäppeln“, es will mir nicht gelingen. Ich baue, pflege und tue und mache – zack – Feuer! – alles kaputt. Jedes verdammte Mal. Da kann ich Präfekturen bauen wie ich will, früher oder später brennt mir meine Stadt einfach weg. Puff! – vorbei! Ich schwör’s Euch, ich habe extra für die Challenge vor ein paar Tagen mal wieder mit „Caesar 3“ angefangen und bin bereits im Tutorial gescheitert! Ich hatte nur eine handvoll Häuser, habe immer brav getan was im Tutorial eben von mir verlangt wurde und trotzdem ist mir mein Dorf schon in der ersten Mission abgeraucht. Ich tauge nichts als Herrscher.

    Aber ich versuche es trotzdem nochmal. Mit „Caesar 3“. Und einer Flasche Baileys, zur Beruhigung.

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  2. Ich bin auch kein großer Fan von Simulationen, aber gerade das reizt mich jetzt. Bin zwar extrem spät dran, aber die Challenge wäre natürlich ein schöner Grund, um auch mal aus der spielerischen Komfortzone zu kommen und mal wieder was anderes auszuprobieren. Allerdings bin ich versucht, den leichten Weg zu gehen und einfach Operation Flashpoint (Militär-Sim) zu spielen, weil ich das schon ewig mal nachholen wollte. Ich schaue aber mal, ob ich nicht noch was ohne Ballern finde^^

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