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[Review] Far Cry 5: Willkommen in Hope County! / #ActionApril

Far Cry 5 war für mich persönlich eine Premiere des Franchises. Darum habe ich für diese Review meinen Partner mit ins Boot geholt. Gemeinsam haben wir uns nach Hope County gewagt und uns erfolgreich der Gehirnwäsche widersetzt, die Vater Joseph und seine Saat an uns versucht hat. Far Cry 5 ist ein gelungener Open-World Shooter mit einer recht linearen Story und einigen Schönheitsfehlern, hat uns in seiner Gesamtheit jedoch definitiv überzeugt. Ich danke meinem Partner, der gerne anonym bleiben möchte, für die große Hilfe bei dieser Review!


Far Cry 5

Genre: Action, Shooter, Ego-Shooter
Plattform: PC, PlayStation 4, Xbox One
Erscheinungsdatum: 27. März 2018
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Sprache: Deutsch u.A. [Schrift, Sprache]
Preis: 59,99€

Hier geht’s zum Spiel…


Hoffnung braucht das Land!

Joseph Seed, ein Hirte, ein Mann, ein Wahnsinniger auf einer anderen Ebene. Man kann vieles von Joseph behaupten, aber nicht, dass er keine Sünden mit sich trägt. Die Leute aus dem fiktiven Hope County in Montana, USA, werden von einer Sekte bedroht, die er als selbsternannter „Vater“ im Namen seines Gottes ins Leben gerufen hat – die Menschen werden entführt, indoktriniert oder sogar getötet; und so ist es die Aufgabe der staatlichen Behörde einzuschreiten und dem Grauen, das sich im Nordwesten der Vereinigten Staaten abspielt, ein Ende zu machen. So zum Beispiel auch ein Marshal und sein Deputy Sheriff, die sich als Gesetzeshüter auf machen, um Joseph Seed für seine Verbrechen zu verhaften.

Steigt man aus dem Police-Helikopter in Joseph Seeds Hauptquartier, wird man von einer unheimlichen Masse unfreundlicher, verwahrloster Menschen begrüßt, die ihrem „Vater“ bedingungslos Folge zu leisten scheinen. Auf dem Weg zu Josephs Kirche merkt man dabei schnell, dass man nicht sonderlich willkommen ist. Schließlich ist man gekommen, um den Menschen ihren geliebten spirituellen Führer wegzunehmen. In der Kirche wird es dann erst richtig interessant: Zuerst hört man Joseph predigen, während seine Anhänger bis an die Zähne bewaffnet um ihn herumstehen und seinen Worten lauschen. Die Anspannung wird geradezu greifbar, je näher wir dem Altar am anderen Ende des Gebäudes nähern. Die Atmosphäre ist geladen, angereichert durch eine Mischung aus Aggression und vollkommener Ruhe – ja, das geht.

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© Ubisoft

Nun kommen wir ins Spiel! Der Marshal fordert Joseph auf, sich zu ergeben und festnehmen zu lassen und während sich der Anführer ganz langsam zu uns umdreht, um sich bereitwillig mitnehmen zu lassen, predigt er uns, dass Gott dies nicht zulassen wird. Immer wieder wird man vom Marshal aufgefordert, ihm die Handschellen anzulegen – und wir überlegen instinktiv, ob wir das auch wirklich tun wollen. Joseph ist eindringlich, manipulativ und besitzt trotz seines geradezu greifbaren Wahnsinns einen Charakter, dem wir uns nicht so recht entziehen können. Und doch scheint es das einzig richtige sein, ihm das Handwerk zu legen. In Handschellen führen wir den selbsternannten Vater zum Helikopter zurück, werden dabei von seinen Anhängern beschimpft, bespuckt und mehrfach bedroht. Doch die Sache scheint sicher; unter Josephs Befehl halten die Menschen still. Zumindest, bis wir in den Helikopter einsteigen. Denn als der Helikopter startet und dabei ist, abzuheben, stürzen sich plötzlich einzelne Sektenmitglieder unter ohrenbetäubendem Geschrei auf die Maschine – und so manch einer schafft es sogar bis in die Rotorblätter. Während wir unserem eigenen Absturz zusehen müssen und das Blut der Märtyrer unsere Fensterscheiben verdunkelt fragen wir uns, ob es das tatsächlich wert war.


Einer ist nicht genug

Erst nach unserem Absturz beginnt das Spiel wirklich. Die vorherigen Szenen haben uns definitiv gezeigt, zu was das Spiel im Stande ist – und leider hätte es ihm durchaus gutgetan, diese Form der Spannung und des Nervenkitzels beizubehalten, die uns so gebannt in Sesseln gehalten haben. Statt hautnah erzählter, cineastischer Szenerien bricht nun der Charme des Hinterlandes durch, was an sich durchaus reizvoll ist; doch eigentlich hätte man sich in so einigen Missionen genau diese Ernsthaftigkeit gewünscht, um auch nur annähernd mit dem grandiosen Anfang konkurrieren zu können. Im Folgenden verbringen wir viel Zeit damit uns in einer offenen Spielwelt mit Schusswaffen und ein paar Nahkampfwaffen gegen die Jünger von Vater Joseph zu verteidigen, sie zu infiltrieren und auszuschalten.

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© Ubisoft

Joseph Seed ist dabei eine grandiose Leitfigur, die nicht mit Vaas, dem Schurken aus Far Cry 3, zu vergleichen ist; er ist sein ganz eigener Charakter und großartiger Manipulator, was es zu einer wahren Freude macht, ihm zuzuhören, und jeder Szene, in der er vorkommt, eine ganz eigene Magie verleiht. So prophezeit er einerseits den Untergang der Welt und andererseits die Erlösung für all jene, die ihm folgen. Unterstützt wird er dabei von der ganzen Seed-Familie, bestehend aus insgesamt 4 Mitgliedern, m Grunde ist die gesamte Seed Familie, bestehend aus drei weiteren Charakteren – Faith, Jacob und John Seed –, die zusammen eine wahnsinnig spannende Konstellation ergeben (dazu jedoch später mehr). Selbst wenn die Spielmotivation, Hope County zu retten, irgendwie ausbleibt (mal ehrlich, alles Spaten hier!), so hat man zumindest riesigen Spaß dabei, die Seed-Sippe kennenzulernen, ihr verhalten zu studieren und ihrem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Doch je mehr man mit ihnen zu tun hat, desto mehr hat man auch das Gefühl, manipuliert zu werden…


Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Die Manipulation beginnt allein schon damit, dass man den Charakter selbst editieren kann. Die Auswahlmöglichkeiten zu Gestaltung des eigenen Avatars, den man dank der Ego-Perspektive des Spiels so gut wie nie zu Gesicht bekommt, lässt dementsprechend zu wünschen übrig. Man hat die Wahl zwischen acht unterschiedlichen Gesichtern und einer Reihe von Frisuren in vier möglichen Haarfarben; eine ähnliche Bandbreite gibt es für die Auswahl der Hauptfarbe und der Kleidung. Detailgestaltung sucht man hier vergebens, aber zumindest kann man zwischen den beiden gängigen Geschlechtern wählen, um zumindest für etwas Individualität zu sorgen.

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© Ubisoft

Hat man sich schließlich für ein Erscheinungsbild entschieden, wird man in der großen weiten Welt des fiktiven Montana regelrecht erschlagen von… Moment! Nein! Man wird doch nicht erschlagen, und auch nicht mit Missionen und Markierungen sowie einem zu dicht besiedelten Interface zugepflastert. Stattdessen ist das UI wunderbar sauber und nur das Notwendigste wie der Kompass wird angezeigt. Im Vergleich zu den Vorgängern der Reihe wurde die Minimap entfernt und ich muss zu meiner Überraschung gestehen, dass die durchaus positiv auf mich wirkte. Obwohl ich Minimaps für Gewöhnlich sehr schätze, war es angenehm, mich mal nicht davon ablenken zu lassen und dadurch einen genaueren Blick fürs Detail und die wunderschön inszenierte Umgebung zu bekommen. Und obwohl man nach der Tutorial-Insel tatsächlich nur wenige Quests gleichzeitig aktiv hat, kommt so schnell keine Langeweile auf.

Auf den ersten Blick darf man die Möglichkeiten und Aufgaben aber nicht unterschätzen! Es gibt reichlich zu tun und vieles wird tatsächlich erst durch freies Erkunden freigeschaltet. Einen Leitsatz gibt es dabei jedoch schon: Hope County wird nämlich in drei große und ein kleines Gebiet unterteilt. In jedem Gebiet gibt es einen Vertreter der Seed-Familie, der als (stellvertretender) Anführer fungiert und dort seine üblen Machenschaften treibt. Es gilt also, jeden einzelnen von ihnen zu provozieren, um ihn oder sie aus dem Versteck zu locken. Doch wie macht man das am besten? Die Antwort ist einfach: mit Fortschritt. Man erledigt einfach je nach Gebiet die unterschiedlichsten Aufgaben, völlig ungebunden und frei nach Auswahl. Mit jeder abgeschlossenen Quest, jedem geretteten Geisel und jedem überfallenen Konvoi füllt sich die sogenannte „Widerstandsleiste“ mit Widerstandspunkten und je nach Fortschritt tauchen schwierigere Gegner oder neue Missionen auf; manchmal wird man aber auch entführt und gerät damit direkt in die Arme des jeweiligen Seeds.

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© Ubisoft

Die Aufgaben selbst bieten einem zwar nicht viel Abwechslung, doch dadurch, dass man nicht an bestimmte Missionen gebunden ist, kann man sich die Zeit mit so viel nebenbei vertreiben, dass manchmal voll und ganz auf die Widerstandspunkte vergisst und man trotzdem Fortschritt erzielt. Zwar bringt Fliegenfischen keine Widerstandspunkte, doch dafür ist es ein angenehmer Zeitvertreib zum Entspannen zwischendurch. Was dafür gerne auf der Strecke sind die Hauptmissionen der insgesamt . Für den einen oder anderen ist die Geschichte der Charaktere wichtiger als 20 Geiseln zu retten oder Außenposten befreien. Andere Spieler mögen wiederum genau das! Durch das Land streifen, Leute retten, besetzte Orte befreien und Jagen gehen.


Ein Belohnungssystem mit Heftchen

Ein Levelsystem mit Erfahrungspunkten zur Belohnung gibt es nicht mehr. Stattdessen bekommt man im Verlauf unterschiedlicher Tätigkeiten Vorteilspunkte zugesteckt, die gebraucht werden um Talente bzw. Fähigkeiten freizuschalten. Dafür lassen sich in der ganzen Spielwelt verteilt sogenannte Vorteilsheftchen finden, die euch jeweils einen Vorteilspunkt gewähren. Ihr braucht aber genau 6 Fähigkeitspunkte? Dann seht euch in der Kategorie Herausforderungen genau an, was ihr machen könnt, um euch die nötigen Punkte zu verdienen. Die Aufgaben sind in der Regel recht einfach gestellt und rangieren zwischen „Töte X Gegner mit einem Maschinengewehr“ und derselben Aufgabe mit einer anderen Waffe. Auf diese Weise lassen sich auch ein weiterer Waffenplatz, panzerbrechende Munition oder aber auch der Ketten-Takedown freischalten.

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© Ubisoft

Wichtig ist, dass durchaus hilfreich ist, Geiseln und Außenposten zu befreien, um an nützliche Informationen über das Gebiet, in dem ihr euch befindet, zu erhalten. Manche sagen einem wo man Prepper-Verstecke finden kann, mit denen man wunderbar Geld farmen kann, andere verraten einem wo bestimmte Außenposten der Sekte gelegen sind. Wieder andere geben einen Hinweis, welche Person eine interessante Nebenaufgabe haben könnte. Manchmal ist die Belohnung aber auch ein Widerstandskämpfer, den ihr direkt anheuern könnt, oder ihr erhaltet Waffen, Fahrzeuge und andere Begleiter. Viele Waffen werden freigeschaltet, indem man bestimmte Aufträge erledigt oder aber einen gewissen Fortschritt an Widerstandspunkte erreicht hat. Manche Fahrzeuge bekommt man auch durch das befreien von Außenposten zur Verfügung gestellt.


Die richtigen Utensilien

Dank einiger Perks lassen sich bis zu vier unterschiedliche Waffen gleichzeitig ausrüsten, die Nahkampfwaffen beziehen neben der „Faust“ jedoch einen eigenen Platz. Jede einzelne Waffe lässt sich modifizieren und lackieren – das hilft jedoch nicht gegen den grundsätzlichen Mangel an Vielfältigkeit. Natürlich bieten einige Händler unterschiedliche Waffen, aber wenn man bereits am Anfang Waffen bekommt, die die selben Werte aufweisen wie jene, für die ich einen Haufen Geld dalassen muss, dann überlegt man es sich zwei Mal, ob man tatsächlich eine neue Waffe braucht. Wobei man hier auch wieder unterscheiden muss: Will man so viel wie möglich leise und unentdeckt bleiben oder möchte man das große LMG auspacken und draufhalten, bis man alles dem Erdboden gleich gemacht hat? Ein LMG mit Schalldämpfer wäre hierfür die geeignete Alternative, um beide Arten des Spielens zu verbinden. Trotzdem könnte eine größere Auswahl an Statuswerten der Waffen nicht schaden.

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© Ubisoft

Dafür ist die Anzahl an unterschiedlichen Fahrzeugen wesentlich größer und bietet zugleich auch viel mehr Spaß. Egal, ob am Boden, zu Wasser oder in der Luft. Ihr kauft euch ein Fahrzeug und könnt es jederzeit bei einer Werkstatt per Tastendruck wieder bestellen. Egal wie oft das Fahrzeug explodiert, stecken bleibt oder aus unerfindlichen Gründen nicht mehr da sein sollte – einfach bei der nächsten Werkstatt ohne weitere Zusatzkosten anfordern. Und wenn auch mal danach ist, könnt ihr mit dem Flugzeug oder dem Helikopter geradeaus nach oben fliegen, so weit ihr könnt und dann einfach rausspringen. Vergesst aber nicht, bei den Fähigkeiten den Fallschirm und den Wingsuit freizuschalten. Dann könnt ihr ganz bequem einen der beiden aktivieren und gleitet seelenruhig über die wunderschöne Landschaft. Das abstürzende Flugobjekt braucht euch dabei nicht zu kümmern.


Zusammen ist man weniger allein

Je weiter man kommt, desto gefährlicher wird die Gegend, in der ihr euch gerade befindet. Wenn eure Widerstandsleiste steigt, so steigt auch die Gefahr, in der ihr euch befindet. Trotz der vielen Befreiungen und Rettungen, die ihr vollführt, um arme Geiseln zu befreien, wird das Land dennoch nicht sicherer. Im Gegenteil! Es kommen schwerer gepanzerte Gegner, Angriffsflugzeuge oder Helikopter, die einem das Leben schwer machen. Aber genau so sollte es doch sein, oder? Ein Schwierigkeitsgrad, der anzieht und nicht leichter wird, nur weil man bessere Ausrüstung hat. Aber egal, wie schwer der Gegner auch sein mag, man ist nie allein! Es gibt viele Mitstreiter zu rekrutieren und natürlich auch einige pelzige Freunde, wie man sie bereits aus Far Cry Primal kennt. So gibt es neben Nick Rye den Piloten, auch die Scharfschützin Grace Armstrong, den Hund Boomer, einen Bären namens Cheeseburger und noch ein paar andere der insgesamt 9 freischaltbaren Begleiter.

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© Ubisoft

Angenehmerweise handelt es sich bei den Begleitern nicht um stumpfe NPCs, die einem hinterherlaufen und auf alles schießen, was auch nur ansatzweise gefährlich aussieht. Man kann ihnen direkt befehlen, wen sie angreifen sollen oder an eine bestimmte Position senden. Tatsächlich darf man die Begleiter nicht unterschätzen. Sie sind stark, wenn nicht sogar zu stark. Du willst einen Sekten-Außenposten unentdeckt meistern? Schnapp dir zwei Begleiter mit Pfeil und Bogen und markiere ein Ziel nach dem anderen. Ganz ohne dein Zutun werden die Gegner fast geräuschlos zu Boden gehen. Hierbei ist noch zu erwähnen, dass jeder Begleiter über zwei Fähigkeiten verfügt. Während die zu rekrutierenden Widerstandskämpfer nur eine einzige Fähigkeit besitzen, jedoch eine zweite freigespielt werden kann, haben unsere Hauptbegleiter wie Boomer oder Jess Black von Anfang an zwei Fähigkeiten. Unser treuer und tapferer Hund kann Gegner in der Nähe markieren und von Gefallenen Waffen apportieren. Jess besitzt Verborgenheit und ist dadurch schwerer aufzuspüren, während ihre zweite Fähigkeit „Tierfreund“ sie davor bewahrt, von wilden Tieren angegriffen zu werden. So hat jeder seine eigenen Vorteile und es macht durchaus Sinn, seine Begleiter je nach Situation hin und wieder mal zu wechseln.

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© Ubisoft


Von den Schönheitsfehlern

Während Joseph Seed und seine Geschwister, Jacob, Faith und John Seed versuchen den Spieler mit ihrer eigens hergestellten Drogen „Bliss“ unter Kontrolle zu bringen oder aber per Folterung zu unterwerfen, ist die beste Droge des Spiels immer noch das Land selbst. Die liebevoll gestalteten Ortschaften, die Wälder, Felder, Seen und Flüsse sind wunderschön anzuschauen und regen durchweg dazu an, einfach der Nase nach das Land zu erkunden. Doch es bleibt nicht ungesehen, dass die Entwickler durchaus gespart haben, was so einige Animationen angeht: Während die einen ungenau und eckig ausgeführt werden, kann es anderswo schon mal passieren, dass der eine oder andere NPC in seiner Animation hängen bleibt. Oder dass die NPCs nicht mehr ansprechbar sind, wenn man in einer Ortschaft einen Schuss abgefeuert hat, weil sie aus ihrer Alarmbereitschaft nicht resettet werden. Blöd nur, wenn man eigentlich gerade eine Mission abschließen möchte. Es hilft dann aber, das Spiel neuzuladen oder die Schnellreise durchzuführen. Immer wieder gibt es erstaunliche Dinge zu sehen, wie eine Kuh, die ein Auto umschmeißt, ein Bär, der einen Helikopter durch die Gegend wirbelt, oder Flugzeuge, die trotz voller Geschwindigkeit zwischen zwei Bäumen stecken bleiben und trotzdem ohne großartige Schäden bleiben. Was Bugs betrifft, könnten ein paar nachgeschobene Patches also durchaus nicht schaden.


Wertung

Das Spiel im Gesamten ist sehr gut geworden. Es bietet alles, was man an Far Cry schon immer mochte und hat sichtbar den Schritt versucht, sich sogar noch zu verbessern. Leider ist jedoch kein allzu großer Schritt gelungen und so bleibt es noch immer auf der selben Ebene wie die Vorgänger, technisch wie spielerisch. Die Story bleibt recht linear und wenig überraschend, bleibt aber durchaus spannend inszeniert. Schließlich arbeitet man sich durch die einzelnen Seed-Familienmitglieder hindurch bis zum Anführer der Sekte vor, stets mit dem Ziel das Land vor dem giftigen Einfluss ihrer fanatischen Ansätze zu schützen. Immerhin bietet es viel Action, gelungene Dialoge und ausreichend Nebenmissionen, um stets ein gewisses Maß an Abwechslung aufrecht zu erhalten. Eine wunderschöne Welt lädt zum Urkunden und Verweilen ein. Ein gelungenes Deckungssystem und ein gutes Partnersystem ermöglichen strategisches und leises Vorgehen, aber auch die Variante „laut und knallhart“. Das Belohnungssystem für Fertigkeiten und die Mühen nebenbei trägt auf jeden Fall dazu bei, die Motivation der Spieler zu fördern.

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© Ubisoft

An einer größeren Variation von Waffen mangelt es jedoch definitiv und das Gefühl, sich mit neuen Waffen stets zu verbessern, fehlt leider auch – man sollte zumindest im Glauben gelassen sein, sein Geld sinnvoll investiert zu haben. Aber auch die KI müsste sich ein wenig verbessern: Manchmal hängen die Gegner oder Verbündete hinter einer Wand fest, laufen stur dagegen oder unerklärlicher Weise im Kreis, andere Gegner laufen an einem vorbei, sehen einen aber nicht. Nichts, was sich nicht durch ein oder zwei Patches in nächster Zeit beheben ließe. Auch die grafischen Schönheitsfehler und eckigen Animationen sind durchaus verzeihbar, weil im gesamten Spielerlebnis eher wenig auffallen. Far Cry bietet viel und vor allem für jeden Geschmack etwas. Man muss sich aber darauf einlassen und darf nicht davon ausgehen, dass es von der ersten Minute an direkt überzeugt. Es braucht ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen, aber wenn es einen hat, trägt es ihn oder sie gerne mal 2-3 Stunden am Abend über die dicht bewachsenen Wiesen und Wälder, hinein in die tiefste Provinz. Möge der Vater dich schützen.


Wertung: 82%

+ packende Inszenierung
+ rasantes Gameplay mit viel Action
+ vier großartige Bösewichte mit jeweils eigenem Stil
+ große Openworld Map mit vielen Möglichkeiten
+ 9 unterschiedliche Begleiter (Tierbegleiter!)
+ große Auswahl an unterschiedlichen Fahrzeugen


– lineare Story
– wenig Auswahl an unterschiedlichen Waffen
– verbesserungswürdige KI
– manchmal zu nah an seinen Vorgängern
– viele Bugs

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