Games Review

[Review] Jurassic World Evolution – Die Dino-Simulation, die die Fans sich wünschen?

Jurassic World Evolution

Genre: Simulation
Plattform: PlayStation 4, Xbox One, PC [Steam, GoG]
Erscheinungsdatum: 12. Juni 2018
Entwickler: Frontier Developments
Publisher: Frontier Developments
Sprache: Deutsch u.A. [Schrift, Sprache]
Preis: 54,99€ (Steam), 59,99€ (PS4, Xbox One)

Hier geht’s zum Spiel…


Lasst uns Gott spielen! (Schon wieder!)

In Jurassic World Evolution werdet ihr als exekutive Kraft in das Verwaltungsteam des Jurassic World Vergnügsparks hineinbefördert und erhaltet damit freies Werken und Wirken über die insgesamt 5 Inseln der Las Cinco Muertes. Neben altbekannten Charakteren wie dem Skeptiker Ian Malcolm, dem Dino-Pfleger Owen Grady und der Leiterin des Parks Claire Dearing, die euch allesamt immer wieder ethisch-moralisch ins Gewissen reden wollen, werdet ihr noch von insgesamt vier weiteren Beratern begleitet. Immerhin sollt ihr fünf ganze Vergnügungsparks eröffenen und zum finanziellen Erfolg führen – und ganz nebenbei auch noch hochsensible und auf der Welt einzigartige Genforschung betreiben. Klar, dass ihr da jede Hilfe gebrauchen könnt, die ihr kriegt. Doch dazu später mehr.

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© Frontier Developments

Beginnen wir also am Anfang. Nach einem recht einfachen und übersichtlichen Tutorial, in dem ihr lernt, Gebäude zu platzieren und Gehege zu bauen, brütet ihr also euren ersten, lebenden Dinosaurier in einer Brutstation aus und lasst ihn frei. Das Gefühl, das mich bei meinem ersten Struthiomimus (siehe oben) überkam, lässt sich kaum in Worte fassen: Ich war stolz wie Oskar und zugleich irgendwie … gierig. Ich wollte mehr. Mehr Lebendes erschaffen. Mehr Dinosauerier erschaffen. Mehr unterschiedliche Dinosaurier erschaffen. Ich wollte sie einfach … alle besitzen! Und das Wunderbare an Jurassic World Evolution ist: Ihr dürft es, ihr sollt es – und es ist völlig legal. Naja, gut, meistens…

Um Dinosaurier überhaupt erst ausbrüten zu können, benötigt ihr mindestens 50 Prozent ihrer DNA in eurem Forschungslabor. Dabei orientiert sich das Spiel an seiner filmischen Vorlage und lässt euch mit Ausgrabungsteams überall auf der Welt nach Fossilien und Bernstein suchen, aus denen ihr in weiterer Folge Dinosaurier-DNA extrahieren und daraus einen lebenden Dinosaurier bauen könnt. Alles so, wie John Hammond es sich im ersten Jurassic Park Film als Leiter den InGEN Cooperation feinsäuberlich ausgedacht hat. Hin und wieder findet ihr statt der gewünschten Fossilien Edelsteine oder andere Steinformationen, die ihr für Geld verkaufen könnt, um eure Forschungen zu finanzieren – die sind nämlich alles andere als günstig.

Damit sich eure Dinosaurier in ihren Gehegen wohlfühlen, solltet ihr einen Blick auf seine Statusanzeige werfen. Dort findet ihr alle wichtigen Informationen zu ihren grundlegenden Bedürfnissen wie Hunger und Durst oder jenen Bedürfnissen, die ihre Umgebung betreffen, wie etwa den Wunsch nach mehr Grasland oder Wald. Viele Dinosaurier sind außerdem Herdentiere und leben daher nicht gerne unter Artgenossen. Ob euer Edmontosaurus also gerne noch mehr Spielgefährten hätte, könnt ihr ganz einfach dem Wert „Sozial“ entnehmen. Der Wert „Bestand“ dagegen steht für die Anzahl der Dinosaurier im Gehege allgemein; es ist nämlich durchaus möglich mehrere Arten in einem einzigen Gehege zu halten. Ob und wann es einem von ihnen ZU kuschelig wird, findet ihr in diesem Wert wiedergegeben. Natürlich ist es nicht ratsam, einfach wahllos Pflanzen- und Fleischfresser gemischt in einem Gehege zu halten, ganz gleich wie groß es auch sein mag. Wenn ihr einen T-Rex mit einer Herde Parasaurolophus zusammensteckt, wird sich euer gigantischer Fleischfresser sehr über die Mahlzeit auf zwei Beinen freuen, für die Gesundheit eurer Pflanzenfresser ist diese Wohnsituation dagegen nicht zu empfehlen.

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© Frontier Developments

Mit etwas Herumprobiererei und Erfahrung in der Haltung von Dinosauriern, die ihr im Laufe des Spiels definitiv sammeln werden, werdet ihr allerdings feststellen, dass sich manche Arten sehr wohl zusammenhalten lassen, auch wenn sich ihre Essgewohnheiten stark voneinander unterscheiden. Ich empfehle dazu, euren jeweiligen Bestand nach dem Schema „Groß-Mittel-Klein“ zu planen: Solltet ihr nicht gerade das Genom „Aggressives Verhalten“ in einen eurer Dinosaurier gesetzt haben (dazu später mehr), werden kleinere und mittlere Fleischfresser keine Pflanzenfresser angreifen, die größer sind als sie. Ihr könnt Raptoren also problemlos mit mittleren Pflanzenfressern wie dem Ankylosaurus oder großen Pflanzenfressern wie dem Brachiosaurus halten. Mittlere Fleischfresser solltet ihr nur mit großen Pflanzenfressern halten. Ihr könnt große oder mittlere Fleischfresser auch mit kleinen Fleischfressern wie den Raptoren zusammenhalten – sie werden sich hin und wieder mal anfauchen, aber im Grunde geht die Sache kampflos aus. Und so weiter.

Das Leben findet einen Weg

Neben der „Gesundheit“ eures Dinosaueriers, ist seine „Geborgenheit“ der wohl wichtigste Wert im ganzen Spiel: Fühlen sich eure Schützlinge nämlich nicht wohl genug, werden sie mit Gewalt versuchen, aus ihrem Gehege zu entkommen. Fair, wenn man bedenkt, dass ihr die wohl gefährlichsten Wesen wiedererweckt habt, die unser Planet jemals zu bieten hatte. Blöd nur, dass das Spiel einem dabei nicht das Gefühl gibt, dass sich die unterschiedlichen Zäune (Stahlzaun, Strom-Stahlzaun, Betonzaun, Strom-Betonzaun, etc.) wirklich effektiv voneinander unterscheiden. Jeder Dinosaurier, egal welcher, kann durch jeden einzelnen dieser Zäune gelangen, wenn er sich nur lange genug dagegen wirft – ganz egal, wie viel Geld ihr für die Aufrüstung zu einer höheren Sicherheitsstufe gezahlt habt. Nur die Zeit, die er zum ausbrechen benötigt, unterscheidet sich je nach Zaun. Es ist daher auf jeden Fall zu empfehlen, dass ihr die Geborgenheit eurer Dinos immer schön im Auge behaltet, denn ansonsten habt ihr vielleicht das ein oder andere klitzekleine Problem.

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© Frontier Developments

Wer zumindest einen Teil der Jurassic-Park Reihe (oder seiner neueren Nachfolger) gesehen hat, der weiß, dass ein ausgebrochener Dinosaurier nichts als Tod und Zerstörung bedeuten kann. Und so ist es auch. Ein in Panik geratener Pflanzenfresser kann die Besucher eures Parks schonmal plattwalzen – und ein wildgewordener Fleischfresser wird nicht eher halt machen, bis er jeden einzelnen Besucher, der ihm zu nahe kommt, zwischen seine Zähne und Klauen bekommen hat. Die ersten paar Male bereiteten mir entkommene Dinosaurier noch ein Gefühl der Panik gemischt mit einer Art voyeuristischen Freude daran, ihnen beim Jagen von Menschen zuzusehen (ich weiß, morbide!) – mittlerweile sind solche Unfälle mehr als nur nervtötend. Denn jeder tote oder verletzte Besucher kann euren Park hundertausende Dollar Schmerzensgeld kosten…

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© Frontier Developments

Also, was tun, wenn Rexi, Blue und Co in eurem Park Amok laufen? Im Grund habt ihr zwei Möglichkeiten: Ihr baut ein ACU Sicherheitszentrum mit Hubschrauber und schickt den Hubschrauber auf den Weg, die Entflohenen zu betäuben, oder ihr fliegt den Hubschrauber ganz einfach selbst. Das Zielen mit dem Betäubungsgewähr aus dem Inneren eines Hubschraubers heraus ist jedoch alles andere als einfach – und wenn die Wind- und Wetterverhältnisse ihren Teil dazu betragen, wird daraus schnell mal eine sehr frustige Angelegenheit. Habt ihr es aber auf die ein oder andere Art geschafft, die Ausreißer zu betäuben, könnt ihr sie mit einem Transportteam wieder in ihr Gehege setzen. Achtet aber darauf, dass die Zäune in der Zwischenzeit wieder repariert worden sind, ansonsten geht der ganze Flohzirkus gleich wieder von vorne los.

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© Frontier Developments

Um eure Zäune und Gebäude instand halten zu können, benötigt ihr eine Rangerstation. Diese führt einige bemannte Ranger-Jeeps, die sich als „Bodentruppen“ um derlei Reperaturarbeiten, das Auffüllen von Fressstationen in den Gehegen oder das Behandeln von kranken Dinosauriern kümmern. Ähnlich wie bei den Hubschraubern könnt ihr einen Ranger auch ganz einfach selbst steuern und so euren Park mal aus einer ganz anderen Perspektive erkunden. Zusätzlich könnt ihr als Ranger auch an der Fotochallenge teilnehmen und euch dabei ein paar tausend Kröten bar auf die Kralle verdienen: Je mehr unterschiedliche Dinos auf euren Fotos zu sehen sind und je mehr unterschiedliche Dinge diese tun, desto höher ist die Belohnung, die ihr für ein Foto erhaltet. Für wiederholte Fotos derselben Spezies gibt es jedoch Abzüge. Ein witziger Zeitvertreib, wenn man verwaltungstechnisch gerade nicht so viel zu tun hat.

Drei gegen einen ist unfair

Dabei sorgt das Spiel eigentlich immer dafür, dass ihr genug zu tun habt. Schließlich habt ihr nicht nur Dinosaurier, um die ihr euch kümmern müsst, sondern auch eure Besucher und die drei Verwaltungsfraktionen, die euch bei eurer Sache zur Seite stehen: Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit. Aber kommen wir zuerst zu den Besuchern, denn zu denen gibt es nicht allzu viel zu sagen. Anders als bei Operation Genesis oder anderen vergleichbaren Spielen des Simulationsgenres haben die Besucher diesmal keine wirklich große Rolle im Spielverlauf. Ihr könnt sie nicht anklicken und individuell betrachten, sie haben keine individuellen Bedürfnisse und treten grundsätzlich als Kollektiv auf. Sie tragen nicht einmal eure Fanartikel!

Ich halte dies für eine der größten Schwächen des Spiels, denn die unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnisse der Besucher im Auge zu behalten, hätte mir einen größeren Überblick darüber verschafft, was in meinem Park noch fehlt. Nun muss ich mich umständlich durch verschiedene Parkansichten klicken, um anhand der rot gefärbten Attraktionen im Park zu sehen, in welchem Bereich des Parks ich noch mehr Fressbuden oder Einkaufsläden haben sollte, damit meine Parkbewertung im Bereich Essen, Trinken und Einkaufen steigt. Das wars. Im Grunde tragen sie nicht mehr zum Park bei, als ein paar Werte, die man im Auge behalten sollte, wenn man die 5-Sterne-Bewertung erreichen möchte. Und natürlich bringen sie Geld. Und sie hinterlassen zumindest keinen Müll, wie in anderen Spielen. Zum Glück.

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© Frontier Developments

Wesentlich mehr Bedeutung wird den drei Fraktionen Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit beigemessen, bei denen ihr im Laufe des Spiels Ruf sammeln könnt, indem ihr regelmäßig Aufträge für sie erledigt. Je mehr Ruf ihr auf einer Insel bei einer Fraktion sammeln könnt, desto mehr Belohnungen könnt ihr freischalten: verbesserte Genome, Zäune, Gebäude oder sogar neue Dinosaurier lassen sich auf diese Weise freispielen. Neben kleineren Aufträgen, die zwischen „Brüte einen Dinosaurier aus“ und „Lasse zwei Dinosaurier miteinander kämpfen“ oder „Sorge dafür, dass 4 Minuten lang keine Besucher von Fleischfressern gefressen werden“ (#danke!) rangieren, gibt es pro Insel jeweils drei Hauptmissionen – eine für jede Fraktion -, die euch in der Hauptstory weiterbringen. Diese Missionen bringen nicht nur bessere Belohnungen und mehr Geld als gewöhnliche Aufträge, sie verraten auch etwas über die firmenpolitische Situation des Parks und die bösen Absichten des einfach nicht altern wollenden Dr. Wu (Ernsthaft, Dude, geh in Pension!).

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© Frontier Developments

Die Aufträge und Missionen bieten einen ständigen Anreiz, sich mit den Mechaniken des Spiels genauer auseinanderzusetzen, und sorgen dafür, dass man eigentlich so gut wie nie ohne eine konkrete Aufgabe ist. Je länger man spielt, desto seltener kommt es jedoch vor, dass einen die Aufgaben noch groß überraschen, da sie sich zu einem Großteil sehr stark ähneln und sich nach einer Weile sogar wiederholen.

Je nachdem, für wen man die jeweilige Aufgabe erfüllt, richten sich die Rufpunkte, die man bei Abschluss erhält, auch an die jeweilige Fraktion: Im oberen Beispiel wäre der Auftrag „Der Ursprung der Spezies“ beispielsweise für die Sicherheitsabteilung und würde mir in diesem Bereich ordentlich Ruf einbringen. Gleichzeitig – und das lässt sich unter dem Abschnitt „Rufänderungen“ beobachten – sinkt mein Ruf jedoch in den Bereichen Unterhaltung und Wissenschaft, weil sich die drei Fraktionen innerhalb des Spiels alles andere als grün sind. Um alle Rufbelohnungen aller Fraktionen auf einer Insel zu bekommen, sollte man also seine Aufträge also am besten gleichmäßig auf Wissenschaft, Unterhaltung und Sicherheit verteilen. Es hat jedoch noch einen anderen Grund: Vernachlässigte Fraktionen sind äußerst nachtragend, und so kann es sein, dass wenn wir beispielsweise den Bereich Sicherheit vernachlässigen, der Sicherheitschef beginnt, unseren Park zu sabotieren. Er würde beispielsweise die Tore all unserer Gehege öffnen und unsere Dinosaurier freilassen … alle auf einmal. Klingt nach Horror? Ist es auch! Unzufriedene Fraktionen machen nichts als Arbeit, daher: Immer schön den Ruf im Auge behalten!

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© Frontier Developments

Am Anfang war das Ei

Während Dinosaurier und Besucherattraktionen eine große Rolle für den Park spielen, nimmt die Forschung wohl einen noch größeren Teil des Ganzen ein. Denn hier beginnt der Spaß erst so richtig! Mit den durch Rufbelohnungen und Inselbewertungen freigeschalteten Forschungsmöglichkeiten lässt sich so einiges am Park (und an den Dinos!) verbessern und stetig weiterentwickeln. So können wir beispielsweise neue Fossilien erforschen und damit Ausgrabungsplätze auf der Weltkarte freischalten. Neue Gebäude und Gebäude-Updates, wie die Lagerkapazität unseres Fossilienzentrums oder ein weiterer Brutplatz in einem Brutzentrum, sind natürlich auch dabei. Ganz wichtig ist auch die Forschung im medizinischen Bereich: Wenn eure Dinosaurier krank werden und ihr habt den richtigen Impfstoff für eure Ranger nicht parat, könnte das für euren Dinobestand schonmal tödlich ausgehen. Das – meiner Meinung nach – spannendste, was sich über das Forschungszentrum freischalten lässt, sind die unterschiedlichen Genom-Verbesserung im Bereich der Genforschung.

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© Frontier Developments

Je mehr unterschiedliche Genome wir dort freigeschaltet haben, desto mehr Auswahl haben wir, unsere Dinosaurier genetisch anzupassen, bevor wir sie ausbrüten und in die Welt entlassen. Je mehr Dino-DNA wir von einer Spezies gesammelt haben, desto mehr Genomverbesserungen können wir in ihrer künstlichen DNA installieren. Jedes Genom hat unterschiedliche Auswirkungen auf das Leben, die Belastbarkeit, die Lebenserwartung und Lebensfähigkeit oder auf die Angriffs und Verteidigungswerte unserer Dinos. Aber vorsichtig: Ein modifizierter Dino kann schon Mal ein ganzes Vermögen kosten. Und mit jedem veränderten Genom sinkt auch seine Lebensfähigkeit um ein paar Prozent – die gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass euer Dinosaurier lebensfähig aus dem Ei schlüpft. Wenn die Lebensfähigkeit zu niedrig ist, habt ihr nur eine sehr geringe Chance, dass ihr den gewünschten Dinosaurier überhaupt „produziert“. Das investierte Geld geht dann leider baden – und ihr steht ganz ohne blutrünstige genmanipulierte Bestie da. Und das wäre doch schade?

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© Frontier Developments

Denn seien wir ehrlich: Im Grunde wollen wir mit der Genforschung gar nichts anderes erreichen, als unseren Dinos a) eine hübsche neue Skin-Farbe zu verpassen, und b) sie im modifizierten Zustand gegeneinander antreten zu lassen, um zu sehen, ob wir nicht etwas noch Gefährlicheres als einen T-Rex oder einen Spinosaurus züchten können. Mein sandfarbener Ceratosaurus Clyde hier zum Beispiel hat in seinem Leben bereits drei Tyrannosaurus Rex den Hals gebrochen – und das, obwohl er um vieles kleiner ist als seine Gegner. Während T-Rex so gut wie alles angreifen, was ihnen zu nahe kommt, sind Ceratosaurus ihren Artgenossen sowie kleineren Fleischfressern und größeren Dinosauriern gegenüber „friedlich“. Verpasse ich ihm jedoch die Genom-Modifizierung „Aggressives Verhalten“, verwandelt er sich sehr schnell in eine blutrünstige Bestie, die alles verschlingt, was ihm über den Weg läuft.

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© Frontier Developments

Die Dinosaurierkämpfe sind in Jurassic World Evolution wahnsinnig gut inszeniert! Sie brüllen, beißen und setzen ihre Klauen, Keulen oder Stacheln ein, um einander Schaden zuzufügen, der sich am Gesundheitsbalken ablesen lässt. Sinkt der Gesundheitsbalken auf null, stirbt der Dino und wird von seinem Gegner mit einem epischen Finishing-Move in die ewigen Jagdgründe geführt. Sicher, die Bewegungsabläufe wiederholen sich nach einer Weile und es ist schade, dass Multikämpfe leider nicht integriert sind (Raptoren sind doch eigentlich Rudeljäger?), doch im Großen und Ganzen begeistern mich die Kämpfe immer wieder, weil sie einfach so episch inszeniert sind. Und wer will nicht sehen, wie sein Lieblings-Dino sich an die Spitze der ungeschlagenen Champions kämpft? Immerhin bringen kampferprobte Dinosauerier mit ihrer Bewertung die Besucher in den Park!

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© Frontier Developments

Las Cinco Muertes

Das spannende an Jurassic World Evolution ist, dass man sich im Verlauf des Spiels nicht nur um einen einzigen Park, sondern um insgesamt 5 Stück kümmern muss, um das Spiel zu einem Abschluss zu bringen. Jede der fünf Inseln der sogenannten Las Cinco Muertes (Die fünf Tode) bietet dem Spieler dabei andere Bedingungen: Während auf der Isla Muerta regelmäßig tropische Stürme über das Land fegen, die die Dinosaurier in regelmäßigen Abständen narrisch machen und ausbrechen lassen, startet man auf der Isla Tacano mit Schulden und hat auf der Isla Pena mit sehr sehr wenig Platz zu kämpfen und spielt außerdem in der Nacht, was zusätzlich die Sicht erschwert. Zunächst arbeitet man sich recht linear von Insel zu Insel: Die jeweils nächste Insel wird immer dann freigeschaltet, wenn man auf der aktuellen Insel eine 3-Sterne-Bewertung erreicht hat. Hat man eine Insel einmal freigeschaltet, kann man frei zwischen diesen Inseln wechseln: Der Speicherstand der Inseln, die man gerade nicht spielt, bleibt erhalten und läuft nicht Offscreen weiter.

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© Frontier Developments

Auf den neuen Inseln startet ihr nicht komplett von vorn: Ihr behaltet euren Fortschritt in der Forschung sowie eure Fossilien- und DNA-Sammlung, könnt also weiterhin die Dinos produzieren, die ihr bereits freigeschaltet habt. Euer Geld bekommt ihr allerdings nicht mit auf die neue Insel, das heißt, das ihr rein wirtschaftlich wieder am Anfang steht. Da Fossilien im Fossilienzentrum jedoch beim Inselwechsel bestehen bleiben, könnt ihr auf der einen Insel einfach Fossilien und Edelsteine sammeln und dann auf der neuen Insel verkaufen, um euch zumindest ein bisschen monetär auszuhelfen. Außerdem startet ihr auf jeder Insel mit einem Ruf von Null in allen drei Fraktionen, da es für jede Insel eigene Missionen und Aufträge und in weiterer Folge auch eigene Rufbelohnungen gibt. Das macht aber nichts, denn auf diese Weise bleibt der Anreiz und die Herausforderung bestehen und man kann sich in einem Spieldurchlauf auf einige Stunden Spielzeit einrichten, wenn man vorhat, auf allen Inseln eine 5-Sterne-Bewertung zu erlangen. Wer den Sandbox-Modus vermisst, den das alte Jurassic Park Operation Genesis zu bieten hatte, der sei unbesorgt: Man schaltet recht früh im Spiel bereits eine sechste Insel frei, auf der ihr mit unbegrenztem Geld und viel Platz frei bauen könnt, was immer ihr auch möchtet: Allerdings nur das, was ihr auf den anderen Inseln bereits freigeschaltet habt.

Fazit

Da ist es nun, das neue Jurassic World Game – und es ist einfach fabelhaft. Wie viele unzählige Stunden habe ich mit diesem Spiel verbracht, habe meine Dinos gehegt und gepflegt, genetisch modifiziert, gegeinander antreten lassen, habe mit Freuden dabei zugesehen, wie namenlose Besucher den Zähnen meiner Babies zum Opfer fielen und habe das „Gott spielen“ von der ersten Sekunde an genossen. Jurassic World Evolution bietet eine große Anzahl unterschiedlicher Dinosaurier, die allesamt so wahnsinnig gut animiert sind, dass sie den Film-Dinos in keiner Weise nachstehen (was ebenso für die Dino-Kämpfe gilt. Nagut, in den Filmen sind sie vielleicht noch etwas epischer). Das Ruf- und Questsystem hat mir wunderbar gefallen, denn so ist man nicht ständig gezwungen, ins Leere zu starren, wenn man mal wieder auf das Geld wartet, um weiterbauen zu können. Die steuerbaren Hubschrauber und Ranger haben es – zusammen mit dem Fotomodus, juhu! – wieder ins Spiel geschafft und sorgen dafür, dass man seinen Park auch mal aus einer anderen Perspektive beobachten und im Falle des Falls auch mal selbst eingreifen kann, wenn Not am Mann ist.

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© Frontier Developments

Doch ich habe auch so einige Kritikpunkte: Ich verstehe, dass man sich bei der Wahl der Inseln an denjenigen aus dem Film orientiert hat, doch der Platz auf vielen Inseln ist sehr beschränkt und die Grenzen, die das bebaubare Gebiet abgrenzen, sehr uneinheitlich. Ebenso wie das Terrain, auf dem sich oft nichts bauen lässt, auch wenn man versucht es mit dem gegebenen Tool zu ebnen – es ist oft mit einer frustrierenden Millimeter-Arbeit verbunden, überhaupt mal zwei Gebäude nebeneinander zu setzen. Die Kamera bereitet mir Bauchschmerzen, denn wenn ich versuche, einen Dinosaurier in Ruhe zu beobachten, löst sie sich immer dann, wenn der Dinosaurier im Wald verschwindet. Ich verstehe, das das der „Rückzugsort“ der Dinos sein soll, aber es ist trotzdem frustrierend. Die Zäune, egal wie teuer und egal wie stark, können auch den kleinsten Dino auf kurz oder lang nicht vom Ausbrechen abhalten. Und die Besucher sind zwar hübsch animiert, aber bloß ein namenloses, charakterloses Kollektiv, das sich höchstens als Dino-Futter eignet.

Alle in Allem habe ich jedoch wirklich viel Spaß dabei gehabt, Jurassic World Evolution zu testen, und ich kann es wirklich jedem uneingeschränkt empfehlen, der ein mindestens genauso großer Dinosaurier-Fan ist wie ich. Oder jemandem, der einfach gute Simulationen mag. Denn so sehr ich mich über die negativen Seiten des Spiels geärgert habe, es war nie etwas, was nicht der ausgewachsene Schrei eines Indominus Rex hätte ausbügeln können.


Wertung: 83%

+ fünf Inseln mit unterschiedlichen Bedingungen
+ über 40 Dinosaurier-Arten
+ spannendes Genom-System
+ Ranger und Hubschrauber steuerbar
+ epische Dinokämpfe
+ ausbalanciertes Ruf-System mit drei Fraktionen
+ viele Missionen / Quests
+ langzeitmotivierend
+ eigene Sandbox-Insel mit unbegrenztem Geld


– wenig Platz auf den Inseln
– frustrierende Terrainbeschränkungen
– geringe Gebäudevielfalt
– keine Interaktion mit den Besuchern
– Zäune machen keinen Unterschied – jede Dino kann ausbrechen wenn er will
– z.T. fieselige Kamera

Ich danke Frontier Developements für die Bereitstellung des Presseexemplars!

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