Adventure

Angespielt #1: project OCTOPATH TRAVELER [Nintendo Switch] – Der große Demo-Test

Manchmal, wenn ich eine Auszeit brauche, dann stöbere ich im Nintendo eShop (oder wahlweise im Playstation Store). Während andere Menschen zur Entspannung gerne ‚bummeln gehen‘, suche ich den Horizont nach dem nächsten multimedialen Kick ab. project OCTOPATH TRAVELER begrüßte mich vor ein paar Tagen mit dem Angebot, die Demo zu testen, und ich konnte nicht anders: Was wie Bravely Default [3DS] aussieht, muss definitiv getestet werden. Als ich bei späterer Recherche auch noch feststellte, dass es von den selben Entwicklern wie das eben genannte JRPG stammt, konnte ich mich kaum im Stuhl halten.

project OCTOPATH TRAVELER [Demo]

Genre: Rollenspiel, JRPG
Plattform
: Nintendo Switch [Demo]
Erscheinungsdatum: 2018
Entwickler: Square Enix, Acquire Corp., Square Enix Co., Ltd.
Publisher: Nintendo, Square Enix, Square Enix Co., Ltd.
Spielzeit bisher: ca. 2 Stunden
Preis: kostenlos

Hier geht’s zum Spiel…

8 Charaktere – 8 Geschichten

„project OCTOPATH TRAVELER“ ist lediglich der Arbeitstitel dessen, was einmal daraus werden soll. Heißt: Dieser Titel ist vorläufig und wird sich in den nächsten Monaten vermutlich ändern. Aber guter, knackiger Arbeitstitel verrät in der Regel schon mal, worum es letztlich gehen soll: octo von gr. acht + engl. path = acht Wege, die es zu bestreiten gilt – und jeder dieser Wege ist an einen der acht wählbaren Charaktere geknüpft. Die Geschichte spielt sich anders, basierend darauf, welchen Protagonisten man für sie aussucht, denn jeder von ihnen hat eine andere Vorgeschichte, ein anderes Skillset, andere außergewöhnliche Fähigkeiten – andere Charaktereigenschaften. Für die Demo sind zunächst nur zwei der verfügbaren Protagonisten verfügbar, doch es reicht schon aus, um einen vielfältigen Eindruck zu hinterlassen:

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Meine Wahl viel in meinem ersten Durchlauf der Demo auf die mutige Tänzerin Primrose. Schon zu Beginn wird deutlich, wie viel Wert die Entwickler auf das Erzählen einer guten Geschichte legen: Düstere Hintergründe wie Mord, Machtmissbrauch, Prostitution, Sklavenhandel und körperliche sowie seelische Gewalt springen einem in der ersten halben Stunde der Demo geradezu entgegen. Erwachsene, dunkle Themen, die mit viel Feingefühl und auf erwachsene Weise erzählt werden. Primrose lässt sich von ihren Lebensumständen nicht unterkriegen: Sie kämpft, sie weint nicht, sie gibt sich nicht mit dem kleinsten Erfolg zufrieden. Nachdem wir ihre Vergangenheit und ihr Leben im Freudenhaus kennenlernen (keine Sorge, es wird niemals zu plastisch, schließlich befinden wir uns bei 16-Bit in einem weniger grafischen, dafür mehr textbasierten Storytelling), wird uns schnell klar, was sie Motivation ist, sich auf Reisen zu begeben: Freiheit und Rache. Ich will euch da gar nicht viel vorweg nehmen, denn im ersten Teil der Demo liegt der Fokus definitiv auf der Geschichte und nicht auf dem klassischen RPG-Kampfsystem, das durchaus auch wesentlicher Bestandteil des Spiels sein wird.

Das Gameplay

Ja, am Anfang gibt es viele Dialoge und viel Text, doch die sind zu einem Großteil fantastisch vertont und sowohl auf Englisch als auch (juhu!) in der Original-Sprache Japanisch verfügbar. Hat man es durch die ersten einführenden Momente der Story geschafft und man kann sich frei bewegen, findet man bald heraus, welchen Vorteil der Charakter einem bringt, den man zu Beginn des Spiels ausgewählt hat: Während Primrose in der Lage ist, NPCs zu verführen und dazu zu bringen, ihr zu folgen, kann Olberic NPCs herausfordern und so Erfahrungen und Items erhalten. Im Verlauf der Geschichte wird es euch möglich sein, die 7 übrigen Helden für eure Gruppe zu rekrutieren, wobei ihr nur maximal 4 Leute in eurer Party behalten könnt. Sobald ihr beispielsweise mit Primrose Olberic rekrutiert, erhaltet ihr die Path-Fähigkeit des Olberic-Duells trotzdem, auch wenn ihr ihn nicht als spielbaren Charakter ausgewählt habt. Aber Vorsicht! Es gibt immer eine Erfolgschance, die euch angezeigt wird, bevor ihr eure Path-Fähigkeit auf einen NPC einsetzt. Schlägt eure Fähigkeit fehl, kann das Auswirkungen auf euren Ruf innerhalb der Stadt haben!

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© Square Enix

Im weiteren Spielverlauf ergründen wir dann unsere ersten Dungeons. Mit einer Lampe ausgestattet streifen wir durch die verwinkelten Labyrinthe, suchen Kisten und Truhen sowie einen Ausweg. Solltet ihr euer Spiel speichern wollen, so geht das nicht einfach wie gewohnt im Spielmenü, sondern ausschließlich bei einem „Reisenden“, den ihr vor allem an seiner grünen Kleidung und dem Federhut erkennt. Er taucht in angenehm regelmäßigen Abständen auf eurem Weg auf und bietet seine Speicherfähigkeit an. Es gibt auch ein paar wenige Nebenaufgaben, die ihr in der Demo finden und annehmen könnt. Die, die ich gefunden habe, richteten sich auf das Beschaffen von Items aus, die ihr im Kampf gegen bestimmte Monster erhalten könnt.

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© Square Enix

Das Kampfsystem

Der Kampf funktioniert in project OCTOPATH TRAVELER ganz nach klassischem, rundenbasierten JRPG-Rezept, wie wir es bereits seit den ersten Final Fantasy Teilen oder den ‚Vorgängern‘ des Projekts, Bravely Default und Bravely Second, erleben durften. Wir steuern eine Gruppe im Kampf gegen einen oder mehrere Gegner. Ist einer unserer Charaktere an der Reihe, wählen wir eine Aktion aus, entweder einen normalen Angriff, eine Fähigkeit oder wir setzen ein Item ein, etc. Jede Runde erhalten wir einen Aktionspunkt, der uns die Möglichkeit verleiht, unsere Angriffe bzw. Fähigkeiten zu boosten und somit mehr Schaden zu machen. Haben wir unsere maximalen 6 Aktionspunkte gesammelt, können wir 2 – 3 unserer Angriffe auf maximalen Schaden boosten, bevor wir wieder warten müssen, dass sich unsere Aktionsleiste füllt. Es erinnert etwas an die Möglichkeit in Bravely Default, eine Runde mit einem Charakter zu passen, um genau diesen Effekt zu erzielen. In project OCTOPATH TRAVELER fühlt sich das ganze weniger frustig an (wir müssen nicht Runde um Runde passen, um Aktionspunkte zu sparen) und irgendwie epischer an, die Effekte sind für den Grafikstil unfassbar gut und man bekommt das Gefühl, wirklich ein epischer Krieger zu sein.

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© Square Enix

Von der grandiosen (!) Musik will ich gar nicht anfangen zu schwärmen – die hört sich nämlich so episch an, als sei sie soeben direkt aus einem spannenden Action-Anime exportiert und in das Spiel importiert worden und man fühlt sich im Kampf einfach heldenhaft. Grandiose Auswahl! Leider wirkte das Combat auf mich etwas leicht, auch der Boss dauerte zwar lange, war aber keine allzu große Herausforderung. Aber es handelt sich schließlich auch nur um eine Demo – und in welchem Spiel außer der Dark Souls Reihe, sind die ersten Gegner schon sau schwer?

Ein paar Worte zur Grafik

Ich muss gestehen, als ich den Trailer zu project OCTOPATH TRAVELER das erste Mal im eShop sah, habe ich den Kopf geschüttelt und mich einem anderen Spiel zugewandt. Ich gebe es zu: Ja, ich besitze Vorurteile, wenn es um Indie-Spiele mit 16-Bit-Grafik geht (und ja, ich weiß, hier handelt es sich nicht! um ein Indie-Game). Die Schönheit dahinter entdecke ich zumeist erst dann, wenn ich mich länger damit auseinandersetze, nicht aber auf den ersten Blick. Vielleicht sind meine Augen aber auch einfach zu verwöhnt von grafik-strotzenden AAA-Blockbustern mit viel zu wenig Spielzeit.

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© Square Enix

project OCTOPATH TRAVELER ist ein verdammt schönes Spiel. Die knittrigen 2D-16-Bit-Grafiken der Figuren vor einem farblich perfekt abgestimmten Hintergrund erinnern stark an alte Lieblinge wie das MMO Ragnarök von 2002 oder die beiden 3DS-Riesen Bravely Default und Bravely Second. Zusammen mit einem filmreifen Soundtrack fängt die einfache, aber schöne Grafik jede zu transportierende Emotion perfekt ein. Was ich auf den ersten Blick zunächst nicht zu würdigen wusste, entpuppte sich als detaillerter, liebevoll gestalteter Grafikstil, der mir einmal mehr beweist, dass es keine millionenschweren Grafikmonster braucht, um das Herz glücklich zu machen.

Wertung

Ich will mich noch nicht zu früh auf etwas festlegen. project OCTOPATH TRAVELER hat noch nicht einmal einen vernünftigen Titel, geschweigedenn ein vernünftiges Releasedatum (bislang: 2018). Es ist ein unfertiges Spiel, das aber bereits jetzt viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als es bekommt. In einer bis anderthalb Stunden hatte ich Primroses Story durch und auch nach Abschluss gab es noch genug zu entdecken, ein paar Nebenquests zu machen und Items zu sammeln. Das Kampfsystem ist altbekannt, mit seinen neuen Zwicks und Kniffen aber ganz gut zu spielen. Die Story ist erwachsen, ernsthaft und emotional on point – begleitet von einem Soundtrack, der einem Blockbuster würdig wäre. Diese Demo waren die am besten investierten 2 Stunden seit langem und ich kann sie jedem wirklich ans Herz legen. Ich freue mich schon riesig auf mehr Informationen und werde mir das Spiel sicher zu Release zulegen, soviel weiß ich jetzt schon. Da es sich aber nicht um ein vollständiges Spiel handelt, halte ich eine endgültige Wertung erstmal noch zurück.

Als kleines Schmankerl findet ihr hier den Trailer des Spiels und darunter einen Vorgeschmack auf den wunderbaren Soundtrack!

Euer Goldfuchs

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